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Standseilbahn · Trentino Alto Adige

Rittner Seilbahn (Renon)

Die Rittner Seilbahn fährt aus dem Zentrum von Bozen auf das Hochplateau am Ritten, mit Blick über die Alpen von der Zugspitze bis zum Ortler.

Höhe Talstation

265 m

Höhe Bergstation

1.221 m

Höhenunterschied

956 m

Länge

4.580 m

Foto: Francisco Anzola from United States · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Hersteller

Leitner

Baujahr

1966

Förderleistung

1.800 p/h

Kaum eine Bahn der Welt verbindet Stadt und Berg so selbstverständlich wie die Rittner Seilbahn, italienisch Funicolare del Renon. Viele Bozner sagen einfach „die Rittner Seilbahn“ oder, auf Italienisch, „la funicolare“.

Die Talstation liegt mitten in Bozen auf nur 265 Metern. In wenigen Minuten sind Sie auf dem Hochplateau am Ritten auf 1.221 Metern, und der Wechsel könnte kaum größer sein: Eben noch Verkehr, Märkte und der Duft von Strudel aus den Konditoreien, oben dann Wiesen, Wälder und alpine Stille, als hätten Sie ein unsichtbares Tor durchschritten.

Die Bahn wurde 1966 in ihrer heutigen Form eröffnet und 2009 von Leitner vollständig erneuert. Heute gehört sie zu den beliebtesten und meistgenutzten öffentlichen Verkehrsmitteln Südtirols.

Der Balkon über Bozen

Der Ritten, italienisch Renon, wo die meisten Einwohner Deutsch als Muttersprache sprechen, wird oft „Balkon von Bozen“ genannt. Das klingt abgegriffen, trifft es aber genau: Das Hochplateau öffnet sich direkt über der Stadt, mit Blick über den ganzen Bozner Talkessel, die Täler, die von Norden und Süden hier zusammenlaufen, und dahinter Bergkette um Bergkette.

An sehr klaren Tagen reicht das Panorama von der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands, bis zum Ortler, dem höchsten Gipfel Südtirols, mit Rosengarten, Schlern und den Ampezzaner Dolomiten dazwischen. Ein Blick über fünf Jahrhunderte Alpingeschichte und eine Vielfalt an Berglandschaften, die sich von kaum einem anderen Punkt der Region in einem Bild zusammenfassen lässt.

Weiter mit der Rittner Bahn

Besonders reizvoll ist die Weiterfahrt ab der Bergstation mit der Schmalspurbahn, die Oberbozen mit Klobenstein und Maria Himmelfahrt verbindet. Die kleine Bahn, eine der letzten ihrer Art in Südtirol, ist eine Zeitmaschine: Ruhig gleitet sie durch die Wälder und Wiesen des Plateaus, gemächlich und elegant wie aus einer anderen Zeit.

Sie fährt bis heute regelmäßig nach Fahrplan und gehört zum öffentlichen Nahverkehr der Autonomen Provinz Bozen. Für Einheimische ist sie ein praktisches Verkehrsmittel, für Urlauber unwiderstehlich romantisch. Seilbahn und Bahn zusammen sind über die Jahre zu einem der typischsten Ausflüge Südtirols geworden, für Familien, Eisenbahnfreunde und Neugierige gleichermaßen: ein kleines Bahnabenteuer von seltener Echtheit.

Die Erdpyramiden

Geologisch ist der Ritten für seine Erdpyramiden berühmt. Diese seltenen und wissenschaftlich interessanten Erosionsformen entstehen dort, wo Moränenschutt voller Steine auf wasserundurchlässigem Lehm liegt. Der Regen wäscht den Lehm rund um die größeren Steine aus, die wie ein Schirm das Material darunter schützen. Über Jahrtausende entstehen so spitze Türme, auf denen oben ein Stein sitzt.

Die Erdpyramiden von Lengmoos in der Gemeinde Ritten gehören zu den mächtigsten und am besten erhaltenen in Europa, manche Säulen sind bis zu dreißig Meter hoch. Ein Besuch ist einer der überraschendsten Ausflüge, die Südtirol Besuchern jeden Alters bietet.

Wandern und Langlaufen

Im Sommer durchzieht ein Wegenetz von über 130 Kilometern das Hochplateau: durch Tannenwälder, über Almwiesen und durch Weiler, in denen die bäuerliche Südtiroler Lebensart mit ihren Höfen, Kellern und ihrer kräftigen, großzügigen Küche weiterlebt.

Im Winter wird der Ritten mit rund 40 Kilometern gespurten Loipen zum Langlaufparadies, ideal für alle, die eine ruhige, familiäre Alternative zum Trubel der großen Skiorte suchen. Einfache Anreise mit der Seilbahn, gelebte Kultur und schöne Landschaft machen den Ritten zu einem der ausgewogensten Ziele in den italienischen Alpen, für alle, die die Berge ohne den Stress großer Skigebiete erleben möchten.


Eröffnet 1966, erneuert 2009. Anschluss an die historische Rittner Bahn Oberbozen-Klobenstein. Teil des öffentlichen Nahverkehrs der Provinz.