Freeride ist Skifahren in seiner reinsten Form: frischer Schnee, Stille und Linien, die man selbst zieht. Italien bietet mit seinen sehr unterschiedlichen Bergen einige der besten Freeride-Möglichkeiten Europas. Von den Dolomitenwänden über die Couloirs im Aostatal bis zu den Überraschungen im Apennin: Hier sind die 15 Spots, die jeder Freerider kennen sollte.
Sicherheit zuerst
Achtung: Freeriden birgt erhebliche Risiken durch Lawinen, Gletscherspalten und unbekanntes Gelände. Sie brauchen die Notfallausrüstung (LVS-Gerät, Schaufel, Sonde) und müssen sie sicher bedienen können. Fahren Sie immer mit erfahrenen Begleitern und lesen Sie vor jeder Tour den Lawinenlagebericht.
Mehr dazu in unserem Artikel über Sicherheit am Berg und Lawinenschutz.
Aostatal: die großen Couloirs
1. Monte Rosa, Alagna Valsesia
Alagna ist die Freeride-Hauptstadt Italiens. Die Abfahrten von der Punta Indren (3.275 m) bieten:
- Canale di Olen: ein Klassiker, den man gefahren sein muss, 1.500 m Höhenunterschied
- Val d’Otro: lange Abfahrt mit lange liegendem Schnee in den Rinnen
- Pulverschnee, der sich dank der Nordexposition gut hält
- sehr erfahrene Bergführer vor Ort
2. Courmayeur, Mont Blanc
Der Mont Blanc ist das Dach Europas, mit legendären Abfahrten:
- Vallée Blanche: die berühmteste Abfahrt der Alpen (französische Seite, erreichbar von Courmayeur)
- Toula: technische Couloirs mit bis zu 2.000 m Höhenunterschied
- organisierte Führungen mit ENSA- und CAI-Bergführern
3. Champoluc, Monterosa Ski
Champoluc im Monterosa Ski bietet Freeride für den Einstieg:
- Routen, die Sie direkt von den Liften erreichen
- Col di Pinter und Val di Nana für Tiefschnee
- Freeride-Camps mit einheimischen Bergführern
4. Cervinia-Valtournenche
Cervinia hat weite, offene Hänge, ideal für Powder:
- Ventina und Cime Bianche: weite Hänge über 3.000 m
- schneesicher dank der großen Höhe
- offenes Gelände, auch für Freerider mit mittlerem Können
Trentino-Südtirol: Dolomiten und mehr
5. Arabba, Marmolata
Arabba-Marmolada bietet den höchsten Punkt der Dolomiten:
- vom Gipfel der Marmolata (3.343 m) Abfahrten über den Gletscher
- Couloirs unter den Cime d’Ombretta
- Anschluss an die Sella Ronda für Tage mit mehreren Spots
6. Sulden am Cevedale
Sulden ist ein wildes, wenig besuchtes Skigebiet:
- Ortlergletscher bis 3.905 m
- lange, anspruchsvolle Skitourenabfahrten
- Neuschnee, der tagelang unverspurt bleibt
7. San Pellegrino, Passo San Pellegrino
San Pellegrino hat Nordhänge, wie gemacht für Powder:
- Cima Uomo und Col Margherita: klassische Routen
- in den Nordrinnen hält sich der Schnee lange
- echte Dolomitenlandschaft, wenig touristisch
Lombardei und Piemont
8. Bormio, Vallecetta
Bormio ist mehr als die Stelvio-Piste:
- Vallecetta: das bekannteste Freeride-Couloir im Veltlin
- Abfahrten von der Cima Piazzi (3.439 m)
- die Veltliner Bergführer gehören zu den erfahrensten Italiens
9. Madesimo, Pizzo Groppera
Madesimo hat Routen mit viel Höhenunterschied:
- vom Pizzo Groppera: 1.800 m Abfahrt
- Canale della Groppera: klassisches Steilwandskifahren
- in 2 Stunden von Mailand erreichbar
10. Macugnaga, Monte Rosa (Piemonteser Seite)
Macugnaga liegt unter der Ostwand des Monte Rosa:
- die eindrucksvollste Kulisse der Alpen
- anspruchsvolle Skitouren
- Abfahrten vom Belvedere-Gletscher
11. Bardonecchia, Jafferau
Bardonecchia hat mit dem Jafferau einen Sektor, der ganz dem Freeride gehört:
- offene, nordseitige Hänge
- reichlich Neuschnee durch den Stau-Effekt atlantischer Fronten
- gut mit dem Zug erreichbar (TGV ab Paris)
Venetien und Friaul
12. Civetta, Alleghe
Civetta liegt vor der Nordwestwand der Civetta:
- steile, wilde Rinnen
- ursprüngliche Dolomitenatmosphäre, fernab vom Massentourismus
13. Sella Nevea, Canin
Sella Nevea hält einen Rekord: Hier fällt der meiste Schnee der Ostalpen.
- bis zu 5-6 Meter Schnee pro Jahr
- einzigartiges Karstgelände mit Dolinen, Höhlen und Rinnen
- Abfahrten vom Monte Canin (2.587 m) Richtung Slowenien
Apennin: Überraschungen für Freerider
14. Campo Imperatore (Abruzzen)
Campo Imperatore bietet Freeride, wo man es nicht erwartet:
- Hänge über 2.500 m mit Neuschnee
- wildes Gelände wie eine Mondlandschaft, kein Andrang
- Abfahrten vom Corno Grande (2.912 m) mit CAI-Bergführern
15. Ätna (Sizilien)
Etna Nord: Freeride auf einem aktiven Vulkan.
- Abfahrten über Vulkanasche und Schnee
- ein weltweit einzigartiges Erlebnis
- Blick aufs Mittelmeer während der Abfahrt
Die wichtigste Freeride-Ausrüstung
| Ausrüstung | Warum sie unverzichtbar ist |
|---|---|
| LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuchgerät) | Ortung nach einem Lawinenabgang |
| Lawinenschaufel | Ausgraben bei der Kameradenrettung |
| Sonde | genaue Ortung der verschütteten Person |
| Lawinenairbag-Rucksack | zusätzlicher Schutz vor Verschüttung |
| breite Ski (100-120 mm Mittelbreite) | Auftrieb im Tiefschnee |
| Helm mit Nackenschutz | Sicherheit in unebenem Gelände |
Für die aktuelle Schneelage hilft Ihnen unser Bergwetter bei der Tourenplanung.